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 Schloß Langenstein im Hegau: viele Besitzer, nie zerstört Donnerndes Krachen und markerschütterndes Bersten müssen die Geräuschkulisse gewesen sein, als vor etwa 15000 Jahren die letzten Gletscher der Würmeiszeit der
Klimaerwärm ung zum Opfer fielen. Deren Schmelzwasser waren es, die den 80 Meter langen, 25 Meter breiten und 20 Meter hohen Felssporn, auf dem das Schloß Langenstein mit seiner ältesten Bebauung seit nunmehr 900 Jahren ruht, aus dem Jurakalk schliffen. Der "lange Stein", Fundament und Namenspatron des heutigen Schlosses Langenstein, trat nach Jahrmillionen wieder ans Licht der Sonne.
Das Schloß, idyllisch etwa 2km südlich von Eigeltingen gelegen, nahm seine baugeschichtlichen Anfänge im frühen 12. Jahrhundert. Ein Reichenauer Dienstmannengeschlecht erbaute um 1100 eine Turmburg, die sowohl Wohn- als auch Wehranlage darstellte. Erster geschichtlich erwähnter Besitzer der Burg Langenstein war ein Hugo von Langenstein. Im Stil der Renaissance Oft wechselnde Besitzer schrieben in den folgenden Jahrhunderten die weitere Geschichte des Schlosses, bis am 29. September 1568 Hans Werner von Raitenau, kaiserlicher Rat und Oberst, das Schloß erwarb. Eine glanzvolle Epoche begann. Die bis dahin bestehenden Bauten wurden allesamt abgerissen. Nur der Turmbau blieb erhalten, um den nach und nach das alte
Sch loß im Stil der Renaissance entstand. Herzstück bis heute ist der gleich nach dem Einzug der neuen Besitzer errichtete Rittersaal im zweiten Stockwerk. Bemerkenswert ist auch die öffentlich zugängliche und für Hochzeiten gerne genutzte barocke Kapelle. Ursprünglich katholisch, dient das Gotteshaus heute zur Feier evangelischer Gottesdienste. Hans Werner vermählte sich mit der Gräfin Helena von Hohenems und wurde somit Mitglied einer illustren Verwandtschaft, zu der neben Papst Pius IV. (1559-1565) auch der heilige Karl Borromäus und ein Bischof von Konstanz, Kardinal Markus Sittikus von Altems, gehörten. 1671 starben die zwischenzeitlich in den Grafenstand erhobenen Raitenauer aus und das Schloß geriet im Erbgang an die Grafen von Welsperg. Wegen starker Verschuldung mußte Karl von Welsperg 1826 an den Großherzog Ludwig von Baden verkaufen. Dessen Sohn, Graf Ludwig von Langenstein, erbte 1830 die mittlerweile in ein "Gräflich von Langensteinisches Stammgut" zusammengefaßten Besitzungen. Ludwig starb kinderlos und somit wechselte das Anwesen an die mit dem Grafen Karl Douglas vermählte Schwester Graf Ludwigs.
Heute dient das neue Schloß der ursprünglich aus Schottland stammenden Familie Douglas als Hauptwohnsitz. Hausherr ist Axel Graf Douglas.
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